Die Bilder von Werner Büttner tragen Titel wie Neun flüchtig hingeworfene alte Männer, 1989, oder Urknall, Voodoo und koloristische Dogmen, 1992. Die scheinbare Banalität des Wortwitzes entspricht auch den Bildthemen, die sich mit den Unwägbarkeiten des Alltäglichen auseinander setzen. Ihre politische Dimension liegt darin, eine konkrete, appellative Aussage zu vermeiden und vielmehr den privaten Alltag als gesellschaftlichen Mikrokosmos in seiner Komplexität zu thematisieren. In einer Relation dazu werden umfassendere politische oder künstlerische Themen in ihrer Unübersichtlichkeit und Unfassbarkeit der Lächerlichkeit preisgegeben (Die Probleme des Minigolf in der europäischen Malerei, 1984). Die in Bezug zu Goya betitelte Serie von Zeichnungen Desastres de la Democracfa, 1995/96, enthält Blätter wie Der Geist ist günstig und das Fleisch wird immer teurer oder Kellnerin meines Lebens, bring mir das Bier meines Lebens. Die Farbpalette in Büttners Ölbildern neigt zu erdigen Farbtönen, die die Bildinhalte in ein anti-ästhetisches Szenario tauchen, was häufig zur Darstellung des Miefs eines belasteten Deutschlandbildes beiträgt (Der antifaschistische Schutzwall, 1988).

 

Nina Möntmann