Judith Hopf arbeitet in den Medien Videofilm, Zeichnung, Performance und Installation. Sie untersucht selbstverständlich erscheinende Kommunikationsformen und hinterfragt die Methoden politischer und künstlerischer Vermittlung. Dabei macht sie kollektive Produktionsformen zum zentralen Gegenstand ihrer Arbeit.

In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in der Studiogalerie des Kunstvereins Braunschweig zeigte Judith Hopf im Jahre 2001 ihren Videofilm Hey Produktion, den sie für diese Ausstellung konzipierte. Hey Produktion thematisiert die Kette von Machtverhältnissen, die die Produktivität ausschließlich im Zusammenhang mit materiellen Zielvorstellungen sehen. „Produktiv sein“ bedingt für Judith Hopf in unserer Gesellschaft, Fähigkeiten zu Dingen, Werten oder zu Geld umzuwandeln. Der Konterpart, ein Zustand von Kontemplation, der auf reinen Erkenntniszuwachs setzt und nicht unmittelbar dieser Produktionslogik verpflichtet ist, grenzt sich unmittelbar als eigener Bereich ab. Der Film ist ein Plädoyer für die „verwunschenen“ Parkbesucher und Parkbesucherinnen im Sinne einer romantischen Weltanschauung.

Judith Hopfs Arbeit nimmt in der derzeitigen Flut von Arbeiten, die sich mit dem Themenkomplex private Lebenswelten meist mit coolem Kunststoffmobiliar anzunähern versuchen, eine eigenwillige Position ein. Sie bedient sich vor allem alltäglicher Gegenstände. Die Installation mit den entwurzelten Bäumen könnte als imaginäres Setting für mögliche oder bereits vergangene Aktionen gedeutet werden, vor allem in Anbetracht der Performances und Filme, die zum Repertoire der Künstlerin zählen.

Karola Grässlin