Die Arbeit Joseph Zehrers lässt sich am besten als ein Prozess betrachten, in dem alles miteinander verwoben ist, ein zeitliches und systematisch aufgebautes Kontinuum. Seine Installationen, die einen temporären Stillstand dieses Prozesses darstellen, bestehen häufig aus einer displayartigen Struktur aus billigen Materialien wie Sperrholz, die der Präsentation von Ansammlungen heterogener Materialien und Medien (Fotos, Zeichnungen, Videos) dient. So hat seine vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 1999 terminierte Arbeit in regelmäßigen Abständen Ausstellungen hervorgebracht (Kalender, Galerie Nagel, Köln 1996, Januar im Herbst, Künstlerhaus Stuttgart, 1996, Vorhänge - Eingeklemmtes Nichtsnutze - Pistolen, Galerie Bleich-Rossi, Graz 1998). Die Präsentation und der inhaltliche Schwerpunkt der Teilausstellungen gestaltet sich jeweils situationsspezifisch. In den meisten seiner Arbeiten geht Zehrer kombinatorisch vor und setzt eigenes und zitiertes Material assemblageartig ein (Korridor, 1997).
Die Arbeit Lüster, 1994, die aus einer Traube von 15 an schwarzen Kabeln aufgehängten Glühbirnen besteht, spielt mit der multiplen lntegrationsmöglichkeit des funktionalen Auflagenobjekts.
Nina Möntmann