In den frühen achtziger Jahren stellt Hubert Kiecol hauptsächlich in Beton gegossene Miniaturen her, die auf die geometrischen Grundformen eines einfachen Hauses mit Giebeldach reduziert sind. Erst in ihrer Aufstellung werden sie zu einem raumschaffenden Ensemble, sei es dicht aneinander gedrängt, so dass sie gemeinsam den Grundriss eines Quadrats ausfüllen (8 Häuser, 1984), oder mit großzügigen Zwischenräumen auf einem einfachen Holztisch angeordnet (Tisch mit acht Häusern, 1980). Mit den unterschiedlichen Beziehungen der Häuser zueinander in den jeweiligen Gruppierungen erscheint die Konstellation entweder hieratisch oder spielerisch und erzählerisch. Mit den Unregelmäßigkeiten der rauen, scheinbar abgegriffenen Materialoberfläche kommt ein haptischer, emotionaler Aspekt hinzu, der eine Geschichte der Häuser suggeriert. Seit Mitte der achtziger Jahre öffnet Kiecol sein Formenrepertoire mit der skulpturalen Darstellung einzelner Architekturteile wie Treppen, Säulen, Zinnen oder Stelen. Parallel zu den Skulpturen entstehen Holzschnitte, Zeichnungen und Radierungen.
Nina Möntmann