In Helmut Dorners Arbeit stehen monochrome Bildobjekte mit pastösem Öl-Farbauftrag (SFC, 1992) neben Lackbildern mit glatter, spiegelnder Oberfläche, die den Blick des Betrachters zurück in den Raum werfen. In der Hängung seiner Ausstellungen führt Dorner häufig Bilder zu Ensembles zusammen, in denen sich eine Spannung und Korrespondenz zwischen den unterschiedlich behandelten Bildoberflächen einstellt. Dorners Bildthemen betreffen die Grundprobleme der Malerei. Durch die Verwendung breiter Keilrahmen oder materialstarker Bildträger, wie in neueren Arbeiten Plexiglas, wird die Möglichkeit der Malerei, eine Bildillusion zu schaffen, negiert zugunsten einer Betonung der Objekthaftigkeit des Bildes. Dabei nimmt seine Arbeit eine Position in den Diskussionen um den Autonomiestatus des Bildes ein, die im Unterschied zu der Kontextualisierung von Malerei zu anderen gesellschaftlichen Bereichen stehen. In Aquarellen arbeitet Dorner mit für das Medium untypischen Schichtungen von Farblasuren, oder er kombiniert aquarellierte Passagen mit nervösen Kugelschreiberzeichnungen.
Nina Möntmann