MARTIN KIPPENBERGER - SCHON WIEDER KIPPENBERGER

19. April 2008 - 14. Juni 2009

 

 

 

Ausstellungsansicht Martin Kippenberger - Schon wieder Kippenberger

RÄUME FÜR KUNST, St. Georgen 2008

Foto: Wolfgang Günzel, Offenbach

 

 

Anlässlich der großen Überblicksausstellungen von Martin Kippenberger im Museum of Contemporary Art in Los Angeles und im Museum of Modern Art in New York richtet sich der Fokus der diesjährigen Präsentation auf Werke von Martin Kippenberger aus der Sammlung Grässlin. Kippenberger lebte von

 

1980 bis 1981 und von 1991 bis 1994 in St. Georgen und fand hier eine Wahlheimat, wohin er immer wie- der zurückkehrte. Er schuf in St. Georgen Schlüsselwerke, die den Grundstock der Sammlung Grässlin bilden.

Martin Kippenbergers künstlerische Praxis hatte seit Anfang seiner Laufbahn viele Facetten. Er arbeitete in den unterschiedlichsten Medien wie Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Skulptur und Installation, äußerte sich in Texten, Gedichten, in Katalogen, auf Plakaten und Einladungskarten. Gleichzeitig kuratierte er Ausstellungen, war Sammler und Vermittler: Kippenberger verlegte Bücher, hielt Vorträge und editierte Ausstellungsplakate, nicht nur für sich, sondern auch für befreundete Künstler. Er benutzte jedes Medium als lebendiges Sprachrohr seiner Gedanken und verwischte bewusst deren Grenzen.

Kippenbergers Themen entzündeten sich oft an den Banalitäten des Lebens, der Politik, der Medien und der Werbung, aber auch an prominenten Werken der Kunstgeschichte. Die Vielschichtigkeit seiner Arbeiten bedingt sich durch die verschiedenen Kontexte, die er in seine Kunst einführt. Ebenso wie er kein Ereignis unkommentiert ließ, gab es für ihn kein Thema, aus dem sich nicht Kunst machen ließe. Gleichermaßen gibt es aber auch keine Kunst, die ohne Kontext einen Sinn stiften könnte. Gerade darin, wie auch in der Bereitschaft, Fehler und Korrekturen als Instrumente in die eigene Arbeit einzubeziehen und Klischees ständig zu überprüfen, ist Kippenbergers Werk für die Kunst der 90er Jahre beispielhaft geworden.

Die in St. Georgen gezeigten Arbeiten stehen exemplarisch für diese Arbeitsstrategien und beinhalten Themenkomplexe, die Kippenberger ein Leben lang verfolgte, wie Porträts, der Frosch, die Laterne oder das Selbstbildnis, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Die Stiftung Grässlin wurde im Jahr 2004 von der Familie Grässlin gegründet, um den Ausstellungs- betrieb zu tragen. Alle Familienmitglieder vereint die persönliche Bindung an den Ort. „Jenseits der pittoresken Schwarzwaldidylle sollen von dem Kunstraum-Ensemble Impulse für die Gemeinde ausgehen. Wir erhoffen uns ein lebendiges Haus, das Gäste auch von auswärts in die Stadt lockt“ (Familie Grässlin).